Bitte anklopfen!

Einmal pro Woche Duschen in einem öffentlichen Hallenbad. Nicht dass es in meinem Elternhaus kein Badezimmer gab – nein wir hatten ein schönes Bad mit allem, was dazu gehört. Aber dieser Raum wurde von meinem Vater als Dunkelkammer zweckentfremdet. "Bitte anklopfen", wurde befohlen, wenn die Blase drückte. Es könnte ja lichtempfindliches Papier herumliegen.

In meiner Jugendzeit hatte ich daher über die Fotografie mehr geflucht, als Verständnis oder sogar Freude dafür aufgebracht.

Während meiner Lehre als Offsetdrucker sammelte ich dann erste Erfahrungen mit Bildgestaltung und Druckqualität.

Blende 8, 1/250

Erste Grundlagen der Fotografie erlernte ich von meinem Vater (mehr über ihn unter Archiv A. Rosatti). Noch heute bin ich dankbar, dass mir der Zusammenhang zwischen Blende und Zeit auch in hektischen Aufnahmesituationen geläufig ist.

Er schenkte mir seine "Exakta", mit welcher ich erste Aufnahmen schoss und wertvolles Film- und Fotopapier vergeudete.

Nach und nach wurde das fotografische Auge durch Gespräche mit Kollegen, Kurse, Literatur und Beobachtungen geschult und geschärft.

Reisen

Auf meinen Reisen faszinieren mich immer wieder die Begegnungen mit Menschen. Oft sind es Menschen in sonnigen Ländern - aber auf der Schattenseite des Lebens.

Mit meiner Kamera versuche ich Augenblicke einzufangen, die mich berühren. Mit zunehmendem Alter macht mir die mühsame Schlepperei der Fotoausrüstung zu schaffen. Wenn ich die vielen Menschen mit ihren Selfie-Sticks sehe, frage ich mich, ob nicht bereits alles fotografiert ist…. aber kann man diese "Selfiemanie" noch Fotografieren nennen?

Peter Rosatti, Bern, Switzerland